Fink, Eugen
Phänomenologische Werkstatt
Band 2: Bernauer Zeitmanuskripte, Cartesianische Meditationen und System der phänomenologischen Philosophie
Aufl./Jahr: 1. Aufl. 2008
512 Seiten, Gebunden mit Leseband
Eugen Fink Gesamtausgabe, Band 3.2
€[D] 88,-
ISBN: 978-3-495-46304-8

Mit dem Titel »Phänomenologische Werkstatt« werden insgesamt vier Bände mit Aufzeichnungen aus den Jahren von 1927 bis 1946 veröffentlicht. Diese jetzt erstmals im Druck zugänglichen Texte sind in mehrfacher Hinsicht einzigartige Dokumente. Von Fink zum größten Teil während seiner Zeit als Assistent Husserls verfaßt, veranschaulichen sie die durchdringende Kraft seines Mitdenkens, das über eine nur auslegende Deutung von Husserls Position weit hinausreicht. Sie spiegeln jedoch nicht nur die gesamte Entwicklung von Husserls Spätphilosophie aus nächster Nähe wider, sondern werfen auch Licht auf Heideggers Bemühungen um eine Umbildung der Husserlschen Phänomenologie. Vor allem aber zeigt hier Fink in radikaler Offenheit die Grenzen der philosophischen Konzepte von Husserl und Heidegger auf und profiliert damit schon früh seine eigene, gegenüber Husserl und Heidegger völlig eigenständige Position. Sofern auch andere Vertreter der Freiburger Phänomenologie wie Fritz Kaufmann oder Oskar Becker in die sachliche Auseinandersetzung miteinbezogen werden, dokumentieren die Aufzeichnungen die letzte Phase der Freiburger Phänomenologie nahezu in dem gesamten Umfang ihrer verschlungenen Problemhorizonte. Sie decken auf, wie die Phänomenologie in den dreißiger Jahren unterwegs zu einer durch Nationalsozialismus und Weltkrieg unterbundenen und bis heute nicht voll aufgenommenen Erneuerung war. Finks Aufzeichnungen sind philosophie- wie zeitgeschichtlich von einzigartigem Rang, eröffnen sowohl für die Husserl- wie für die Heidegger-Forschung neue Perspektiven und verweisen auf die Grundlagen von Finks eigenem philosophischen Standort.
Phänomenologische Werkstatt

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Autoreninfo:
Eugen Fink (1905-1975) promovierte 1929 bei Husserl und Heidegger, habilitierte sich in Freiburg 1946, wo er in der Nachkriegszeit Ordinarius für Philosophie und Erziehungswissenschaft war. In Freiburg wirkte er am Aufbau der Volkshochschule mit und gründete 1950 das Husserl-Archiv.


Ronald Bruzina ist Professor für Philosophie an der University of Kentucky in Lexington. Von ihm erschienen: Edmund Husserl & Eugen Fink. Beginnings and Ends in Phenomenology 1928-1938, New Haven: Yale University Press, 2004.