Home Einzeltitel Reihen Jahrbücher Neuerscheinungen Vorschau
Kerckhoven, Guy van / Lipps, Hans
Fragilität der Existenz
Phänomenologische Studien zur Natur des Menschen
Aufl./Jahr: 1. Aufl. 2011
328 Seiten, Gebunden
€[D] 32,-
ISBN: 978-3-495-48494-4

Wie dereinst Descartes den Versuch unternahm, "die Leidenschaften der Seele" gewissermaßen zu sezieren, so unterzog der Mediziner Lipps die menschlichen Grundsituationen - vor allem solche, die von Scham und Angst bestimmt sind - einer minutiösen Untersuchung. Weder kritisch-entlarvend wie die französischen Moralisten noch - wie Kant - "in pragmatischer Hinsicht" darauf achtend, was der Mensch als frei handelndes Wesen aus sich selbst macht, sind es die "Einstellungen, Haltungen von Existenz", in denen der Mensch Fassung gewinnt, die von Lipps "wie wohl von keinem andern so gesehen sind". Das Differenzierte dessen, was am Menschen Erfahrung wird, ist allerdings kein massiver "Selbstvollzug von Existenz". Die unterschiedlichen Wendungen bezeugen jeweils die "fragile Differenz" (K. Meyer-Drawe), die im Spaltbreit der Ausbiegungen und Verzerrungen "zwischenperzipiert" wird. In konzentrierter Form bezieht die "mikrologische" Analyse sich auf das im "Psychologie-Manuskript" (1938) schärfer konturierte Profilbild; dieses Nachlassmanuskript von Hans Lipps wird in diesem Buch erstmals veröffentlicht.
Fragilität der Existenz
      Leseprobe

zurück zur Übersicht




Autoreninfo:
Guy van Kerckhoven, Jahrgang 1951, ist seit 2015 emeritierter Prof. für Philosophie der Katholieke Universiteit Leuven. Er hat (mit H. Ebeling und J. Holl) Finks VI. Cartesianische Meditation sowie die drei Bände Epilegomena zu I. Kants Kritik der reinen Vernunft (Eugen Fink Gesamtausgabe, Band 13) ediert. Mit Axel Ossenkop und Rainer Fink hat er den Bildband Eugen Fink. Lebensbild des Freiburger Phänomenologen (2015) herausgegeben.


Hans Lipps (1889-1941) gehörte zum Göttinger Kreis um Husserl. Nach dem Studium der Philosophie und der Medzin mit doppelter Promotion habilitierte er sich 1921 mit "Untersuchungen zur Philosophie der Mathematik". 1928 wurde er Professor für Philosophie in Göttingen, 1936 in Frankfurt am Main. Als Arzt wurde er 1939 zur Wehrmacht eingezogen. 1941 fiel er in Russland.