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Wolzogen, Christoph von
Emmanuel Levinas - Denken bis zum Äußersten
232 Seiten, Kartoniert
€[D] 29,-
ISBN: 978-3-495-48794-5

Ungeachtet des weltweiten Interesses an dem Werk von Emmanuel Levinas ist der Grundgedanke dieses Philosophen durchaus strittig. Dieses Buch verfolgt als Grundintention der Philosophie von Levinas den Aufweis einer grundsätzlichen Vorgängigkeit des Ethischen, die allem Normativen vorausgeht. Das Überspringen dieser Vorgängigkeit, die Levinas zufolge die eigentliche Quelle der Erfahrung des Menschlichen darstellt, ist der Hauptgrund für das verbreitete Mißverständnis über Levinas‘ ›Erbaulichkeit‹ - aber auch für das ›Ärgernis‹ gegenüber der ›ethischen Gewalt‹, die sich im Spätwerk des Philosophen manifestiert. Daß diese ›Gewalt‹ der philosophischen Rede vom ›Anderen‹ methodische Gründe hat, wird häufig übersehen und hier systematisch verfolgt. Vor allem geht es dabei um das zentrale Verhältnis von Verantwortung und Gerechtigkeit, wobei dem philosophiegeschichtlichen Kontext (Cohen, Rosenzweig, Heidegger) besondere Aufmerksamkeit gilt. In diesem Sinne versteht sich das Buch als Anregung zu einer künftigen Levinas-Diskussion, in der das Ethische als ›Ausgesetztheit‹ und eine sich als normativ verstehende Ethik-Theorie nicht mehr als (allergische) Gegensätze begriffen werden, sondern in der Philosophie sich als die Öffnung auf das Eine, den vorgängigen ethos, versteht.
Emmanuel Levinas - Denken bis zum Äußersten

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Autoreninfo:
Professor Dr. Christoph von Wolzogen, geb. 1948, lehrt Philosophie an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main.