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Enz, Peter
Der Keim der Revolte
Militante Solidarität und religiöse Mission bei Ibn Khaldun
Aufl./Jahr: 1. Aufl. 2012
256 Seiten, Kartoniert
Welten der Philosophie, Band 9
€[D] 39,-
ISBN: 978-3-495-48533-0

In seinem Versuch, die Geschichte, so wie er sie erlebt, rational begreiflich zu machen, entwirft Ibn Khaldun, ein Tunesier aus dem 14. christlichen Jahrhundert, in seinem geschichtstheoretischen Hauptwerk den Begriff der Asabiya. Die Asabiya ist eine Art militanter Solidarität, die die Mitglieder einer Gruppe von Menschen aneinander bindet und es der Gruppe ermöglicht, sich gegen äußere Bedrohungen zu wehren und aktive Machtansprüche zu stellen. Sie ist im Gedankengebäude Ibn Khalduns die eigentliche Bewegerin der Geschichte, sie treibt die politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklungen an, sie macht eine Gruppe von Menschen zu einem aktiven politischen Subjekt. Ohne Asabiya ist politischer Erfolg nicht möglich. Diese Arbeit macht es sich zur Aufgabe, die vielschichtigen Strukturen dieses Begriffs, seine Bedingungen und Funktionen genau zu durchleuchten. Die Bedeutung der Asabiya erschöpft sich nämlich nicht in ihrer Rolle als soziale Kraft. Gerade im Dialog mit dem post-marxistischen Denker Alain Badiou entpuppt sie sich als ein Konzept, das die komplexen Strukturen revolutionärer Bewegungen verständlich machen kann. Die Asabiya ist das bedingungslose, militante Bekenntnis des Einzelnen zur Wahrheit eines politischen Ereignisses und somit auch der Ursprung von Rebellion und Revolte.
Der Keim der Revolte
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Autoreninfo:
Peter Enz, geboren 1987, studierte an der Universität Wien Arabistik und Philosophie und schloss beide Studien mit Arbeiten zu Ibn Khaldun ab. Das arabische Denken lernte er unter anderem auf ausgedehnten Reisen in die arabische Welt kennen. Gegenwärtig ist er Mitarbeiter der österreichischen Tageszeitung »Die Presse«.