Aus der Begründung der Jury

Aus der Begründung der Jury

"Zum Kernbereich metaphysischer Problemstellungen gehören Fragen nach der Kausalität, die sich im Hinblick auf Funktionszusammenhänge im Naturgeschehen ebenso stellen wie im Hinblick auf die Determiniertheit menschlichen Handelns sowie auf die Existenz einer göttlichen Ursprungsinstanz und ihrer kausalen Rolle für die Welt bzw. in der Welt. Der Sache nach argumentiert Daniel von Wachter im wesentlichen für eine realistische Auffassung der Naturgesetze, die im Sinne einer durchgängigen Kausalstruktur mit menschlicher Willensfreiheit und göttlichem Handeln in der Welt vereinbar sein soll. Er bietet kräftige Argumente gegen gängige naturalistische und empiristische philosophische Positionen und stellt „moderne“ Auffassungen über Notwendigkeit, Kausalität und Handlung radikal in Frage. Die zentrale Zielsetzung, die kausale Struktur der Welt besser verständlich zu machen, wird immer wieder überzeugend aufgegriffen und auch eingelöst.
Mit ihrer gelungenen sprachlichen Form, den transparenten, oft prägnanten Sätzen, den anschaulichen Beispielen und Gedankenexperimenten sowie provokant formulierten, originellen Thesen, die zu kritischer Auseinandersetzung herausfordern, weist die Arbeit beachtliche Darstellungsqualitäten auf.
Schon allein wegen der Stringenz der vorgelegten Thesen, die den Leser herausfordern und dazu bewegen, scheinbare Selbstverständlichkeiten der so genannten „modernen“ Vernunft zu hinterfragen, verdient die Arbeit eine Auszeichnung."