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Heidegger, Martin / Löwith, Karl
Briefwechsel 1919-1973
336 Seiten, Leinen mit Leseband
€[D] 69,-
ISBN: 978-3-495-48628-3

Der umfangreiche und weitgehend, aber leider nicht vollständig erhaltene Briefwechsel zwischen Heidegger und Löwith beginnt im Jahr 1919 und endet mit dem Tod Karl Löwiths im Jahr 1973. Er umfasst über 100 teils sehr umfangreiche handschriftliche Briefe und Karten.
Karl Löwith war von Heideggers ersten Schülern der selbständigste Denker und deshalb von Anfang an ein wichtiger Gesprächspartner für seinen Lehrer. Heidegger hat immer versucht, seine Schüler zum Selbstdenken zu erziehen, und hat vor allem in den frühen Freiburger Jahren (1919-1923) seine eigene Philosophie im Gespräch mit seinen Studenten entwickelt. Gerade für diese entscheidende Epoche ist die Korrespondenz mit Löwith biographisch höchst interessant. Heideggers Beziehung zu seinem Lehrer Husserl kommt immer wieder zur Sprache, aber auch seine Freundschaft mit Karl Jaspers und seine Stellung zu anderen zeitgenössischen Philosophen. Für Heideggers Marburger Zeit (1924-1928) und die ersten Jahre als Nachfolger seines Lehrers Husserl in Freiburg (ab 1928) ist der Briefwechsel ebenfalls in höchstem Maße ergiebig. Immer wieder werden die universitären Verhältnisse und - in oft kritischen Tönen - die Gegenwartsphilosophie kommentiert.
Biographisch und zeitgeschichtlich interessant sind vor allem auch die Briefe aus den Jahren 1932-1937. Diese Briefe zeigen u. a., dass Heidegger Löwith bei seiner Suche nach einer Stelle außerhalb Deutschlands tatkräftig unterstützt hat. Ab 1937 gibt es bis 1959 eine Unterbrechung des Briefwechsels. Nach Löwiths Rückkehr aus den USA nehmen Heidegger und Löwith, die sich in Heidelberg auch wieder häufiger getroffen haben, den Briefwechsel erneut auf.
Dieser Briefwechsel dürfte zu den philosophisch und geistesgeschichtlich interessantesten Korrespondenzen des 20. Jahrhunderts gehören.
Briefwechsel 1919-1973

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Autoreninfo:
Karl Löwith wird am 9. Januar 1897 in eine bürgerliche Münchner Familie jüdischer Abstammung geboren. 1914 wird er Soldat, Ende 1917 wird er nach schwerer Verwundung und langer Kriegsgefangenschaft in Italien entlassen. Daraufhin beginnt Löwith sein Studium der Philosophie und Biologie, zuerst in München, dann im Frühjahr 1919 in Freiburg u. a. bei Husserl. Bei Heidegger habilitiert er 1927. Nach Hitlers Machtergreifung nimmt Löwith erst in Rom (1934-1936) und dann, nach der italienischen Übernahme der Rassengesetze, in Sendai, Japan (1936-1941) Zuflucht. 1941siedelt er in die USA über und wird 1949 Nachfolger von Leo Strauss an der »New School for Social Research« in New York, bis er 1952 eine Berufung an die Universität Heidelberg annimmt. Er stirbt am 26. Mai 1973 in Heidelberg.


Alfred Denker, geb. 1960, studierte Philosophie, Geschichte und Theologie in Groningen und Amsterdam. Er lebt als Privatgelehrter und Schriftsteller in Frankreich. Er ist Mitherausgeber des Heidegger-Jahrbuchs und Herausgeber der Martin-Heidegger-Briefausgabe und hat sich in zahlreichen Veröffentlichungen auch mit der Philosophie des Deutschen Idealismus beschäftigt.